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Fünf neue Beete über den Dächern des Weddings

Auf dem Dachgarten himmelbeet stehen die ersten Hochbeete, d.h. Beete ohne direkten Kontakt zum Boden. Am Samstag, den 8. September haben viele Freiwillige angepackt, um über dem real,-Einkaufcenter an der Müllerstraße insgesamt fünf neue Probebeete aufzubauen. Eines – das himmelbeet No. I – steht dort schon seit einigen Wochen: ein Kompost-Stecksystem aus Holz auf einer Euro-Palette, in der sich ein Kürbis so wohl fühlt, dass er schon ordentlich gewachsen ist und auch schon erste Früchte trägt.

Drei besondere Herausforderungen müssen unsere Beete meistern, damit wir sie auf dem Dach einsetzen können: Sie müssen den speziellen klimatischen Bedingungen (mehr Sonne, höhere Verdunstung, mehr Wind) standhalten. Sie dürfen nicht zu schwer sein, da wir die statischen Bedingungen des Daches im Blick behalten müssen. Und sie sollten keine Erde verlieren, weil dies die Abflusssysteme auf dem Dach verstopfen könnte. Natürlich wollen wir daneben auch die anderen Vorteile von Hochbeeten nutzen: weniger Bücken, weniger Schnecken, weniger Unkraut und vor allem besseres Wachstum durch Verrottungswärme, weshalb wir in allen Variante (außer der EarthBox) auch jede Menge Grünschnitt und Kompost zugesetzt haben. Dafür haben wir Holz- und Grünschnitt in der Gegend gesammelt. Und real,- ließ uns in ihrem Abfall ‚containern’. Die Beute: Pfirsiche, Kiwis, Tomaten, Chilis, Salat, Pflaumen etc., kurz Lebensmittel, die real,- nicht mehr verkaufen konnte (obwohl einige von uns die Früchte noch essbar fanden). Alles musste entkernt und verkleinert werden, was eine lustige Matscherei bedeutete. Das Gemisch eignet sich dann hervorragend für Kompost (mehr Infos dazu hier).

Für die neuen Hochbeete hatte sich unser fachkundiges Gartenteam verschiedene Bauweisen zum Ausprobieren ausgedacht:

  • Ein Hochbeet aus einer Melonenkiste: Die höchste Variante eines Hochbetts besteht aus einer handelsüblichen Melonenkiste, die wir nicht verstärken mussten, da sie noch mit einem Stahlband gesichert war. Ausgefüllt mit Teich- und wasserdurchlässiger Folie kann auch sie mit Kompostierbarem und Erde reichlich befüllt werden. Allerdings muss man schon reichlich Erde einfüllen, damit die Pflanzen hoch genug stehen und nicht zu wenig Sonne erhalten. Das macht die Melonenkiste auch ziemlich schwer, was für unseren Zweck etwas problematisch sein könnte.
  • Ein Hochbeet aus Palettenaufsätzen (Holz): Dies ist die einfachste und wahrscheinlich ökonomischste Variante. Auf einer Palette, die nach unten mit Maschendraht und wasserdurchlässiger Folie abgesichert wurde, platzierten wir drei Palettenaufsätze, die mit Teichfolie aus- und mit Grünschnitt, Kompostierbarem, Erde und schließlich Pflanzen befüllt wurden.
  • Ein selbstbewässerndes Hochbeet: Die ausgeklügelste Variante haben wir nach dem „EarthBox“-Prinzip konstruiert: In einem mit Teichfolie ausgelegten Palettenaufsatz entsteht ein Bassin, in dem sich Regenwasser ansammeln kann. Zwei Abläufe an den Seiten sollen den Wasserstand regulieren. Auf das Bassin setzten wir nun einen weiteren Palettenaufsatz, mit Erde und Pflanzen befüllt, in diesem Fall mit Erdbeeren. Wenn es klappt, können sich die Pflanzen ihr Wasser selber aus dem darunter liegenden Wasserreservoir holen.
  • Ein Hochbeet aus Bäckerkisten: Das ist die kompostreichste Variante. Hierfür befestigten wir vier Bäckerkisten nebeneinander auf einer Palette. Unterlegt wurde das auch mit Maschendraht und wasserdurchlässiger Folie, damit das Wasser zwar abfließen, aber die Erde nicht raus fallen kann. Die untere Kistenreihe wurde mit Grünschnitt, Zweigen und viel Kompostierbarem befüllt. Darauf setzten wir eine weitere Reihe von Bäckerkisten, in die nun Erde geladen und dann die Pflanzen gesetzt wurden. Idealerweise können sich so die Pflanzen ihre Nährstoffe aus den unteren Kompostkisten holen, in der sich noch dazu ein erhebliches Maß an Verrottungswärme bilden dürfte.
  • Ein Bigbag-Hochbeet: Für das schnellste Modell haben wir einen handelsüblichen Bigbag mit einer Hilfskonstruktion auf eine Palette gesetzt und mit Erde gefüllt. Leider erwies sich der Big-Pack als zu wasserundurchlässig, so dass die zu erwartende Staunässe ihn eher ungeeignet erscheinen lässt.

Puh! Nach fast acht Stunden Arbeit mit vielen Helfern waren alle Hochbeetvarianten fertig. Einen ehemaligen Einkaufswagenunterstand haben wir auch noch schnell zu einem Lager umgebaut. Natürlich werden die Pflanzen in dieser Jahreszeit nicht mehr groß wachsen, aber wir haben trotzdem Wichtiges gelernt. Was wie lange dauert, dass wir viel Kompost (angedacht ist auch die Wurmkompostierung) brauchen und mit real,- ein Entsorgungssystem aufbauen sollten, das Bigbags kein Wasser durchlassen usw. Mal sehen, für welches Hochbeetmodell wir uns entscheiden, um dann im nächsten Frühjahr das Dach damit zu begrünen.

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