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Tombola und „The 15th Garden“

Die Erlöse unserer heutigen Tombola zum Eröffnungsfest gehen an „The 15th Garden“ – das Unterstützungsnetzwerk für Nahrungssouveränität in Syrien.

Ziel der Aktivist* innen von „The 15th Garden“ ist es, einen Beitrag zur Aufrechterhaltung des Gemüseanbaus und der Versorgung mit Gemüse in Syrien zu leisten. Dazu sammeln sie Saatgut, das sie sowohl an Bäuer*innen in ländlichen Gebieten als auch an Initiativen in syrischen Städten weitergeben, um dort den Anbau und die Versorgung mit Gemüse auch unter den aktuellen Bedingungen des Bürgerkriegs zu ermöglichen.

Zudem teilen sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen zum Gemüseanbau und fördern Graswurzelinitiativen für die Selbstversorgung in Syrien, indem sie u.a. an der Vernetzung mit Akteuren in anderen Ländern arbeiten.

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The 15.Garden- das Netzwerk für Nahrungssouveränität in Syrien

Der 15.Garten ist ein Netzwerk von unten, ein Netzwerk aus urbanen Gärten in Syriens bombardierten, belagerten und abgeriegelten Städten, regional vernetzten Familiengärten, gemeinsamer bäuerlicher Organisation und Produktion in den ländlichen Regionen, Landwirtschaftsinitiativen von Flüchtlingen in den Flüchtlingslagern der syrischen Anrainerstaaten. Das Netzwerk hat sich in Syrien im Laufe der letzten anderthalb Jahre rasant entwickelt:

Wir als Bauern, Bäuerinnen, Gärtner_innen, und Aktivist_innen sind nicht bereit, die „größte humanitäre Katastrophe“ unserer jüngeren Geschichte untätig zu beobachten. Wir wissen, wir haben als bäuerliche Bewegung sehr praktische Fähigkeiten, um an der Seite der Menschen zu stehen, die betroffen sind.

Über Den 15.Garten wird in und um Syrien samenfestes Saatgut getauscht und reproduziert, werden Fähigkeiten in nachhaltiger Landwirtschaft und Gärtnerei in Workshops und Kursen weitergegeben, wird Wissen über die Gefahren geteilt die mit den Versprechen der Agrarindustrie verbunden sind, wird gemeinsam und ohne -sektiererische Trennung eine -Bewegung für Nahrungssouveränität geschaffen und verteidigt. The 15.Garden ist ein immer wichtigerer Bestandteil der syrischen Zivilgesellschaft, dem nach wie vor lebendigen Teil eines revolutionären Aufbruchs, der fortbesteht.

Wenn Frieden etwas Essbares wäre, wie würdest du es beschreiben?

„Der Arme würde es als Brot beschreiben. Der Reiche würde es als Kaviar beschreiben. Für mich, wenn Frieden etwas Essbares wäre, so würde ich mir wünschen, dass es Gemüse ist- sodass ich es in jedem fruchtbaren Boden dieser Erde pflanzen kann.“ – ein Gärtner in Syrien

Die Nahrungssouveränität verteidigen – gerade in Zeiten des Krieges!

Kriege sind keine Naturkatastrophen, die zufällig über die eine oder andere Region hereinbrechen, sie werden von Menschen geführt. Jene, die Nutzen aus den Kriegen ziehen, spielen bei dessen Fortbestehen die entscheidende Rolle. In Kriegen wird Nahrung als Waffe und als politisches Druckmittel eingesetzt, Kriege sind der Schauplatz, um sich Märkte zu erschließen und sich gesamte Regionen und ihre Menschen Untertan zu machen.

Es kann – wie in Syrien – das diktatorische Regime sein, das mit dem Mittel des Aushungerns Macht über die Bevölkerung auszuüben versucht. Oder es sind andere Akteure: bewaffnete Gruppen, die den Zugang zur Nahrung kontrollieren und die Menschen auf diese Weise unter ihre Kontrolle bringen. Es können multinationale Konzerne sein, die den Konflikt nutzen, um sich in der gebeutelten Region zu etablieren – und dies oft Hand in Hand mit korrupten Regimes, bewaffneten Kräften, mit Militär und Gewalt oder auch mit Entwicklungsprojekten westlicher Regierungen.

Der Irak ist hierfür tragendes Beispiel: durch den diktierten §81, mit dem die Patentierung des irakischen Saatguts und der Beginn der Hybrid- und GMO-Ära im Irak von den Besatzern durchgesetzt wurde. Die irakische Landwirtschaft und mit ihr viele andere Sektoren sind nachhaltig und so massiv zerstört, dass es nicht verwundert, zehn Jahre „nach dem Krieg“ festzustellen: der Krieg dauert an. Immer wieder wird Nahrung als Waffe und alspolitisches Machtmittel missbraucht.

Wenn Du The 15.Garden z.B.

* durch Saatgutspenden unterstützen möchtest (Wir sammeln Saatgut und schicken es nach Syrien)

* einen Garten gemeinsam mit Flüchtlingen in Deiner Nähe beginnen möchtest

* von einem landwirtschaftlichen Betrieb in der Nähe eines Flüchtlingsheims kommst und mit Flüchtlingen zusammenarbeiten willst

* mit Deinen landwirtschaftlichen Fähigkeiten syrische BäuerInnen unterstützend begleiten möchtest und bereit bist dabei auch zu lernen (z.B. UmstellungsberaterInnen, Menschen mit guten Kenntnissen über Bewässerungstechnik, Saatgutvermehrung u.v.m.)

* oder von den vielen weiteren Möglichkeiten der Solidarität erfahren willst, kannst Du Dich an folgende Adresse wenden:

E-Mail to15thgarden@riseup.net

Als gemeinsames Zivil gesellschaftliches Netzwerk setzt The 15.Garden auf eine andere Entwicklung in Syrien, für frohe Nachrichten.

Weitere Informationen zum Projekt u.a. hier:

* http://viacampesina.org/en/index.php/main-issues-mainmenu-27/human-rights-mainmenu-40/1633-the-struggle-for-freedom-and-food-sovereignty-a-letter-of-solidarity-to-the-farmers-of-syria

* http://www.syriadeeply.org/articles/2014/10/6305/greening-rubble-syrians-embrace-urban-farming-stave-starvation/

The 15.Garden – Food is not a weapon!

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