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Veröffentlichung Flächenstatement

In den vergangenen Wochen haben wir hitzig diskutiert, Worte abgewogen und uns in Geduld geübt: Denn wo viele mitbestimmen, braucht es Zeit und offene Ohren. Endlich können wir Euch das Ergebnis präsentieren. Es geht um die Fläche, auf der Ihr und wir unsere Beete beackern.

Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit nehmt, unser Weiterwachsen-Statement zu lesen. Vielen lieben Dank an all jene, die darüber gebrütet haben. Am Samstag, den 4.6.2016, wollen wir mit Euch die Vielfalt im Kiez & im Garten feiern und im Anschluss Euren Fragen ein Podium geben. Wir freuen uns, wenn Ihr dabei seid!

Vielleicht habt Ihr bereits davon gehört: Die gemeinnützige Organisation AMANDLA EduFootball e.V. aus München möchte zusammen mit der Oliver Kahn Stiftung auf der Fläche, auf der momentan unsere Beete stehen, einen Safe Hub (d.h. ein Fußballausbildungszentrum mit Kunstrasenplätzen) bauen. Auf ihrer Webseite heißt es „AMANDLA nutzt die Kraft des Fußballs vereint mit ganzheitlicher Bildung um Kinder und Jugendliche zu stärken und Leben zu verändern. Als Plattform dafür dienen die AMANDLA Safe-Hubs, sichere Bildungszentren in sozialen Brennpunkten.“ Es geht dabei also um Fußballsozialarbeit.

Zusätzlich möchte der Bezirk zwischen der aktuellen himmelbeet-Fläche und der benachbarten Volkshochschule eine Sporthalle errichten.

  • Anfang 2015 sind Projektmitarbeiter von AMANDLA das erste Mal auf unsere damalige Geschäftsführerin zugegangen.
  • Anschließend wurde auf Bezirksebene ein Runder Tisch mit allen betroffenen Akteuren ins Leben gerufen, um die Interessenlage sowie erste bauliche Fragen zu klären. Letzter Termin Runder Tisch Leopoldplatz (Vorstellung des Safe Hub Berlin): Dienstag, 7. Juni 2016
  • Mittlerweile haben wir eine mündliche Zusicherung vom Bezirksamt darüber, dass das himmelbeet auf dem Dach der geplanten Turnhalle fortbestehen wird und wir außerdem eine kleinere, ebenerdige Fläche an der Ruheplatzstraße beackern können.
  • Diese Zusage umfasst auch, dass dem himmelbeet weder durch die Bauplanung noch durch deren Umsetzung Mehrkosten entstehen.
  • Mitte Mai 2016 hat die Bezirksverordnetenversammlung von Mitte mit den Stimmen aller Fraktionen einen Beschluss gefasst, der diese Zusagen enthält und den Ihr hier nachlesen könnt: http://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=7367
  • Anfang Juni 2016: Mail an Amandla mit der Bitte um ein Treffen und den transparenten Planungsstand (positive Antwort/Terminabstimmung läuft)
  • 2. Juni 2016 Bezirksstadträtin Frau Smentek und Herr Schmidt vom Sportamt melden sich endlich auf unsere Anfragen und wollen sich mit uns treffen
  • Artikel in der Juni/Juli-Ausgabe der Stadtteilzeitung ecke:Müllerstraße (Seite 10)

Nach anfänglicher Sorge und zahlreichen Diskussionen mit allen Verantwortlichen sehen wir eine gemeinsame Entwicklung beider Projekte auf derselben Fläche als die beste Lösung an, um alle Interessen unter einen Hut zu bringen. Das heißt:

  1. dass insbesondere das Dach der Sporthalle dauerhaft für unseren Gemeinschaftsgarten und alles, was dazu gehört, genutzt werden soll. Nur so kann verhindert werden, dass ein soziales Projekt durch ein anderes soziales Projekt verdrängt wird.
  2. Gleichzeitig steht das Sporthallendach auch für eine dauerhafte Sicherung des Gartens am jetzigen Standort Leopoldplatz. Die Verbindung beider Projekte erzeugt eine enorme Strahlkraft und wäre damit ein in dieser Form einzigartiges Leuchtturmprojekt.
  3. Wir wissen aber auch, dass wir als gemeinnütziges Projekt für Integration und Umweltbildung die baulichen Mehrkosten dafür nicht stemmen können und deshalb auf die Finanzierung durch Dritte (den Bezirk, die Stiftung etc.) angewiesen sind.
  4. Viele von Euch sind nach einem ersten neugierigen Blick durch den Zaun auf das himmelbeet aufmerksam geworden. Um die Sichtbarkeit des himmelbeets zu erhalten, liegt uns darum die ebenerdige Fläche an der Ruheplatzstraße besonders am Herzen. Wir wissen, dass nur so ein einfacher Zugang und eine niedrige Hemmschwelle garantiert werden können, die für eine öffentliche, grüne Begegnungsstätte wie unsere so wichtig sind.
  5. Während der Bauphase wollen wir weiter aktiv sein. Daher soll der Bauprozess so gestaltet sein, dass wir von der jetzigen Fläche direkt aufs Dach ziehen können oder, wenn nicht anders möglich, vorübergehend eine nahe Ersatzfläche nutzen können.
  6. Um all das zu erreichen und damit wir ein frei zugänglicher Ort für euch bleiben, ist eine gemeinsame Planung des ganzen Vorhabens mit den verantwortlichen Akteuren auf Augenhöhe notwendig. Wir freuen uns darauf, den politischen Prozess und die konkrete Bauplanung aktiv mitzugestalten.

Dafür brauchen wir auch Eure Unterstützung, denn wir alle zusammen machen das himmelbeet zu dem, was es ist.

Ihr fragt euch vielleicht, warum Ihr erst jetzt davon erfahrt.

Hier möchten wir kurz erklären, warum wir so lange gezögert haben, Informationen an Euch weiterzugeben und warum wir in Zukunft mit Euch und allen anderen Beteiligten ganz offen und transparent kommunizieren werden.

  1. Um Euch keine unnötigen Sorgen zu bereiten, mussten wir uns selbst erstmal ein Bild davon machen, worum es eigentlich geht. Durch mehr Einblick (auch) in die politische Gemengelage haben wir unsere eigenen Ungewissheiten zerstreut. Wir brauchten Zeit, um selbst zu einer Haltung gegenüber AMANDLA und der Diskussion um unsere Fläche zu finden.
  2. Wir wollen vermeiden, dass Stimmung gegen ein anderes soziales Projekt gemacht wird.

Bitte seht uns das Warten nach. Wir wissen nun, dass Mut zur Offenheit der beste Weg ist, wie wir unsere Ideale auch in einer solchen Situation hochhalten können.

Über aktuelle Entwicklungen informieren wir Euch wie immer in unserem Weiterwachsen-Blog.

Wir wachsen weiter – für mehr Miteinander und selbstbestimmte Freiräume!

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